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Kleinplanet (52292) Kamdzhalov

Das Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg (ZAH) übergab im Rahmen seines Sommerfestes offiziell die Ernennungsurkunde des Kleinplaneten (52292) Kamdzhalov an den scheidenden Heidelberger Generalmusikdirektor Yordan Kamdzhalov.

GMD Kamdzhalov ist nicht nur ein herausragender Musiker und Dirigent, er interessiert sich seit seiner Schulzeit auch für die grundlegenden Fragen der Physik und Astronomie. So war es für ihn naheliegend, die Konzertsaison 2013/14 des Philharmonischen Orchesters Heidelberg unter das Motto Evolution zu stellen. Für das Eröffnungskonzert hatte er das Thema Kosmos gewählt und die Kopernikanische Symphonie von Henryk Mikolaj Górecki mit dem Heidelberger Orchester aufgeführt. Wann immer es seine Zeit zuließ besuchte Kamdzhalov auch Astronomie-Vorlesungen an der Universität Heidelberg.

Um seine großartigen Leistungen mit dem Heidelberger Philharmonischen Orchester zu würdigen, hatten Dr. Lutz D. Schmadel und Prof. Dr. Joachim Wambsganß der Internationalen Astronomischen Union (IAU) vorgeschlagen, den Kleinplaneten mit der Nummer 52292 dessen Entdecker Dr. Schmadel ist – nach dem Heidelberger GMD zu benennen. Die IAU stimmte dem zu, die offizielle englischsprachige Widmung lautet: 

 

(52292) Kamdzhalov = 1990 TB2 (Discovered 1990 Oct. 10 by L. D. Schmadel and F. Borngen at Tautenburg):
Bulgarian conductor Yordan Kamdzhalov (b. 1980) is general music director of the Heidelberg Philharmonic Orchestra
and has won various na
tional and international awards. With his passion for astronomy, he connects the
world of music with the fascination for the universe. Name suggested by J.
Wambsganss (1).

 

Zum astronomischen Hintergrund: Die Bahnradien der großen Planeten in unserem Sonnensystem (Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun) nehmen nach außen hin in einer scheinbar regelmäßigen Weise mit immer größeren Schrittweiten zu. Allerdings scheint es zwischen Mars-Bahn und Jupiter-Bahn eine Lücke zu geben. In dieser Lücke hat man im 19. Jahrhundert mehr und mehr kleine Planeten entdeckt, die auch Asteroiden genannt werden. Einer der erfolgreichsten Entdecker war Max Wolf (1863 - 1932), Professor an der Universität Heidelberg, Gründer der Sternwarte auf dem Königstuhl und Ehrenbürger der Stadt Heidelberg. Dr. Lutz D. Schmadel hat diese Tradition am Heidelberger Astronomischen Rechen-Institut fortgesetzt.

Das Besondere an diesen astronomischen Objekten ist nun, das der Entdecker das Vorschlagsrecht auf einen Namen für diesen Kleinplaneten hat; dabei wird immer die Nummer des Kleinplaneten in Klammern dem Namen vorangestellt. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Kleinplaneten mit Bezug zu Heidelberg, etwa (325) Heidelberga, (353) Ruperto Carola, (1223) Neckar, (10358) Kirchhoff oder (10361) Bunsen.

Mehr Informationen sind zu finden unter http://www.zah.uni-heidelberg.de/de/ari/ueber-das-ari/kleine-planeten/

 

 

Der Heidelberger Generalmusikdirektor Yordan Kamdzhalov (Mitte) mit der Urkunde des Kleinplaneten (52292) Kamdzhalov, umrahmt von Dr. Lutz D. Schmadel (links) und Prof. Dr. Joachim Wambsganß (rechts) vom Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg (ZAH).

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(1) Deutsche Übersetzung: Entdeckt am 10. Oktober 1990 von L. D. Schmadel und F. Börngen in Tautenburg. Der bulgarische Dirigent Yordan Kamdzhalov (geboren 1980) ist Generalmusikdirektor des Heidelberger Philharmonischen Orchesters und hat eine Reihe nationaler und internationaler Preise gewonnen. Mit seiner Leidenschaft für die Astronomie verbindet er die Welt der Musik mit der Faszination für das Universum. Name vorgeschlagen von J. Wambsganß.“

Editor: Webmaster
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