Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Gaia's erster umfangreicher Sternkatalog veröffentlicht


Dr. Ulrich Bastian erläutert zu Beginn der Informationsveranstaltung im HdA, warum der Gaia Data Release 2 eine neue Ära in der Erforschung der Milchstraße einläutet. (Photo: G. Thimm)

Dr. Michael Biermann erörtert beeindruckende Details des nun veröffentlichten Datensatzes und gibt einen Ausblick auf wissenschaftliche Fragestellungen, die mit dem Katalog bearbeitet werden können. (Photo: G. Thimm)

Der europäische Forschungssatellit Gaia vermisst bereits seit rund vier Jahren die Entfernungen, Bewegungen und Eigenschaften von etwa 1,5 Milliarden Sternen mit einer Genauigkeit, die alle bisher verfügbaren Daten um ein Vielfaches übertrifft. Gaias Messungen sollen u.a die Entwicklungsgeschichte unserer Heimatgalaxie aufklären.

Am heutigen Mittwoch, 25. April 2018, wurde der erste umfangreiche Gaia-Sternkatalog im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Haus der Astronomie (HdA) für die wissenschaftliche Nutzung zugänglich gemacht. Dieser Moment wurde von Wissenschaftler/-innen international mit großer Spannung erwartet, denn mit ihm begann eine neue Ära in der Erforschung der Milchstraße.

In Heidelberg wurde vor allem die hochkomplexe Software für den Astrometrie-Satelliten Gaia entwickelt, die seit dem Start insgesamt etwa fünf Jahre lang täglich die korrekte Funktion aller Systeme an Bord und die Qualität der wissenschaftlichen Rohdaten überwacht. Für die Entwicklung verantwortlich sind Experten des Astronomischen Rechen-Instituts (ARI), das zum Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg (ZAH) gehört. Die Software, die diesen sogenannten „First Look“ übernimmt, umfasst rund 350.000 Programmzeilen. Zum größten Teil wurden sie von der Gaia-Gruppe am ARI geschrieben. Tag für Tag liefert sie einen 2.000-seitigen Bericht über den Zustand der Systeme an Bord sowie die technische Integrität und wissenschaftliche Qualität der Daten.

Die Wissenschaftler am ARI leiten außerdem die europaweite Astrometrie-Abteilung sowie das „Gaia Ground Based Optical Tracking“, dessen Aufgabe die erdgebundene Beobachtung der Position des Satelliten am Himmel und das Messen seiner Bewegung auf 2,5 Millimeter pro Sekunde genau ist. Am ARI befindet sich auch eines von sechs Gaia-Datenzentren.

Auch das Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) in Heidelberg ist an der Satellitenmission beteiligt. Das dortige Team hat intelligente Algorithmen entwickelt, deren Aufgabe die Klassifikation und Interpretation unter anderem der umfangreichen photometrischen und spektroskopischen Daten der beobachteten Objekte ist.

ERGÄNZENDE INFORMATIONEN
Details zum Data Release 2 und Nutzung der Daten
Media Kit zum Data Release 2

Gaia am Astronomischen Rechen-Institut (ARI)

 

KONTAKT

ZAH Öffentlichkeitsarbeit:
Dr. Guido Thimm
Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg (ZAH)
Tel. +49 6221 54-1805
thimm(at)uni-heidelberg.de

Editor: Webmaster
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